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Delegation aus Hohenroth am Grab von Irena Sendler

Namensgeberin des Rhön-Grabfelder Sonderpädagogischen Förderzentrums in Warschau beigesetzt

Hohenroth

(che) Am 12. Mai 2008 war Irena Sendler, die Namensgeberin des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Hohenroth, im Alter von 98 Jahren in Warschau gestorben. Noch zu Lebzeiten hatte Sendler festgelegt, dass "eine ganz normale Totenmesse" gelesen werden soll. Sie wollte so begraben werden, wie sie gelebt hat: bescheiden. Obwohl ihr ein Staatsbegräbnis zugestanden hätte.

Für Renate Mock, Schulleiterin der Irena-Sendler-Schule in Hohenroth, war es selbstverständlich, zur Beerdigung der Namensgeberin ihrer Schule nach Warschau zu fahren. Mit der Niederlegung eines Kranzes erwies sie Sendler im Namen der Schüler und Schulleitung die letzte Ehre.

Noch ganz beeindruckt von der Begegnung mit Irena Sendler im September des vergangenen Jahres in Warschau, erzählt Mock von der "großen Energie und Liebe für die Menschen, mit der Sendler das Zimmer füllte". Seit über 20 Jahren saß die kleine Frau im Rollstuhl, denn ihre Füße wurden durch die Folter der Nazis deformiert. "Sie wirkte so klein und zerbrechlich, aber ihr Strahlen war unbeschreiblich. Ich bin so dankbar, dass ich sie kennenlernen durfte", sagte Mock nachdenklich und ergänzte: "Eigentlich wollte ich Irena Sendler im kommenden August wieder besuchen, doch es sollte nicht sein."

Irena Sendler hatte im Zweiten Weltkrieg 2500 jüdischen Kindern das Leben gerettet. Sie hatte sich vor dem Krieg als Sozialarbeiterin um jüdische Familien in Warschau gekümmert. Ab Herbst 1940 hatte sie unter erheblicher Gefahr den Bewohnern des von den Nazis errichteten Warschauer Gettos geholfen und ihnen Kleidung und Medikamente gebracht. Ende 1942 hatte sich Sendler der Widerstandsbewegung Zegota angeschlossen. In Koffern, die von der Feuerwehr oder Müllabfuhr transportiert wurden, oder unter dem Mantel versteckt, hatte sie heimlich jüdische Kinder aus dem Getto geschleust, die sie in katholischen Familien oder Klöstern untergebrachte. Sendler wurde im Oktober 1943 von der Gestapo festgenommen. Auch unter Folter sagte sie nicht aus, wurde zum Tode verurteilt, aber durch einen deutschen Offizier gerettet, den der polnische Widerstand bestochen hatte.

"Ich wurde in dem Geist erzogen, dass man jemanden retten muss, der zu ertrinken droht, unabhängig von seiner Religion oder seiner Nationalität", hatte Sendler einmal gesagt. Sie selbst habe sich nie als Heldin betrachtet. "Diese Bezeichnung irritierte sie gewaltig", erzählte Mock.

 

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