Irena-Sendler-Schule Hohenroth  > Schulleben

Pressemitteilungen aus dem Schuljahr 2010/2011

Elterntraining Erziehen, aber wie?

HOHENROTH. Gut besucht war die schulhausinterne Fortbildung zum Thema „Kinder kompetent erziehen. Der autoritative Erziehungsstil". Sowohl Erzieher, als auch Lehrer nahmen mit großem Interesse daran teil. Stäblein-Rödl, Sozialpädagogin an der Erziehungsberatungsstelle Bad Neustadt, stellte das Projekt NES-PÄD vor, das Eltern in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen soll.
In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für soziale Dienste wurde ein Programm entwickelt, das in jeweils vier Trainingseinheiten Eltern Tipps und Hilfen für den Erziehungsalltag mit Kindern geben soll. Eine willkommene Ergänzung zur Elternarbeit an allen Kindergärten und Schulen.
Gerade in der heutigen Zeit ist Erziehung sehr schwierig geworden. Eltern sind verunsichert durch die Fülle zum Teil widersprüchlicher Publikationen und Ratgebern und stehen vor einem Berg unterschiedlichster Erziehungsaufgaben. Durch den Wegfall der Großfamilie erfahren Eltern oft wenig Unterstützung im Alltag.
Eltern äußerten zwar in der Regel klare Erziehungsziele wie Selbstständigkeit, Ehrlichkeit, soziale Kompe-tenzen, stießen aber bisweilen an ihre Grenzen bei deren Umsetzung im Alltag und reagierten vielleicht in kritischen Situationen nicht optimal. Genau da aber setzt das Elterntraining an. An Hand von Videosequenzen und in anschließenden Gesprächen und Diskussionen werden die Eltern ermutigt konsequent zu handeln nach dem Motto: „Freiheit, aber in Grenzen".
Nachdem das Training bereits im Schulverband Hollstadt-Wollbach erfolgreich erprobt wurde, soll es in den nächsten Jahren auf den gesamten Landkreis ausgedehnt werden, Schulleiterin Mock versprach am Ende der Veranstaltung Frau 5tä'Wein-Rödl ihre Unterstützung für eine neue Runde des Elterntrainings. Sie würde den Standort Hohenroth begrüßen. Eine sich daraus ergebende Zusammenarbeit mit den beiden örtlichen Kindergärten und der SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) wäre ein weiterer Baustein auf dem Weg zur „Inklusion". Mit der Edmond-Grom-Schule pflegt die Irena-Sendler-Schule schon seit vielen Jahren eine sehr enge und erfolgreiche Kooperation. Das Projekt von NES-PÄD könnte für beide Schulen eine wirkungsvolle Erweiterung in Sachen Elternarbeit werden.

Main-Post, 20.05.2011

 

Erziehungsfragen

Workshop für Kindergärten in Stockheim

 
STOCKHEIM. Die Außenstelle Stockheim der Irena-Sendler-Schule lud die umliegenden Kindergärten zu einem Interessanten Workshop ein. Als Referent konnte Herr Roth aus der Erziehungsberatung des Carltasverbandes für den Landkreis Rhön-Grabfeld gewonnen werden.
Erstes Thema war die Auseinandersetzung damit, wie Kinder und Eltern schon ganz früh beginnen, Beziehung zu gestalten. In vielen Familien läuft dies, so der Referent, intuitiv richtig. Mütterliche und väterliche Feinfühligkeit ermöglichen es den Kindern, sich gut in diese Welt hinein zu finden. Gerade in den letzten Jahren hat die sog. Bindungstheorie, die es schon länger gibt, wieder an Aktualität gewonnen. In Schulen und Kindertagesstätten erleben Lehrer und Erzieherinnen Kinder, denen es schwer fällt, sich auf Beziehungen mit Erwachsenen, aber auch mit Kindern einzulassen. In der alltäglichen Arbeit erfordern diese Kinder sehr viel Aufmerksamkeit und Energie.
Diese Kinder, so der Referent, stören aber nicht mutwillig. Oft tragen sie, geprägt durch ihre Familie, in ihrem jungen Leben schon einen Erfahrungsrucksack mit sich herum, der es ihnen schwer macht, sich unbefangen

auf andere einzulassen. Wenn Lehrerinnen und Erzieher hierfür einen Blick bekommen, erleben sie dieses Verhalten nicht mehr als gegen sich gerichtete Provokation und können dann, so Bernhard Roth, damit hilfreicher mit diesen Kindern umgehen. Kinder mit schlechten Bindungserfahrungen tun sich nicht nur schwer Im Umgang mit anderen, sondern Ihre gestörte Beziehungsfähigkeit blockiert auch ihre geistigen Fähigkeiten. Diese Kinder können dann nur begrenzt Ihre geistigen Fähigkeiten In Verhalten umsetzen, was ihre Chancen auch im späteren schulischen Bereich vermindert. Aufgabe der Erzieherinnen und Lehrer ist es nicht, hier therapeutisch zu wirken, sondern einfach ein waches Auge für diese Kinder zu haben und für sie und die Eltern Hilfsangebote zu vermitteln.
Für die Teilnehmerinnen des Workshops gab es viele wichtige und neue Informationen. Die Pausen wurden dann auch für einen regen Austausch und Diskussionen genutzt. Einhellig war man der Meinung, dass dieser Freitagnachmittag eine lohnenswerte Zeitinvestition war. Vor allem wurde wieder deutlich, wie wichtig fachliche Kooperation zwischen den Einrichtungen zum Wohle der Kind er ist.

 

27.05.2011